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Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich auch die letzte Branche und das letzte Unternehmen nicht mehr vor der Digitalisierung drücken kann. Das hat in den letzten Jahren auch die Rechtsberatung, darunter insbesondere die Steuerberatung, zu spüren bekommen und musste dem Technologiedruck mehr und mehr nachgegeben. Teilweise arbeitet man in der Branche schon vollständig digitalisiert. Diesen Trend möchte man sich unter dem Motto „Steuerfahndung 4.0“ zu nutze machen und vermehrt Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um Steuersündern auf die Spur zu kommen. Wie, warum und wo erfahrt Ihr in unserem Blog.

Digitalisierung in der Finanzverwaltung 

Es ist nicht allzu lange her, dass im Zuge des Gesetzes zur Haftung der Online Marktplätze, registrierte Online Händler einen Nachweis Ihrer steuerlichen Registrierung auf dem Postweg an die Marktplätze zu schicken haben. Dieser Umstand erweckt den Verdacht, dass die Finanzverwaltung in Bezug auf das Thema Digitalisierung doch noch ein wenig hinterherhinkt. Das tut sie in einigen Dingen vllt auch, doch die Branche an sich ist in der Digitalisierung schon sehr weit. Buchungssoftwares, digitale Lohnabrechnungen oder USt-Meldungen durch Schnittstellenlösungen automatisieren mehr und mehr den Bereich der Buchhaltung und Steuerberatung, was dazu führt, dass auch hier größtenteils papierlos gearbeitet werden kann.

Dieser Trend, betrachtet man nur mal aktuelle Stellenausschreibungen, hat selbstverständlich auch Einfluss auf die Finanzverwaltung. Stellen wie „Tax Technology and Transformation“ oder „Big Data Analytics – Focus Tax“ unterstreichen, wie die Finanzverwaltung sich dem Wandel der Digitalisierung beugen muss. Nun möchte man sukzessive z.B. künstliche Intelligenz (KI) in der Steuerfahndung einsetzen.

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Datenmengen steigen stetig 

Mit diesem Vorhaben reagiert man auf die Notwendigkeit der Automatisierung von Prozessen. Im Zeitalter des Online Handels und dem ständigen Konsumwachstum, steigt auch die Masse an Daten die buchhalterisch geordnet werden möchte. Diese Masse an Daten gilt es auch in der jeweiligen Prüfung zu berücksichtigen und zu verarbeiten.

Und genau hier stoßen Steuerfahnder an Ihre Grenzen. Sämtliche Ermittlungsbehörden und im besonderen Maße die Steuerfahndungsstellen der Finanzbehörden, werden in ihrer täglichen Arbeit seit Jahren mit einer zunehmenden Flut von elektronischen Datenmengen konfrontiert. Wo der Mensch mehr und mehr überfordert wird, soll in Zukunft die Technik aushelfen.

Datenmengen in der Steuerfahndung steigen stetig

Künstliche Intelligenz in der Steuerfahndung 

Zu diesem Zweck wurde im September letzten Jahres am Finanzamt Kassel II eine Forschungsstelle zur Anwendung künstlicher Intelligenz eingerichtet. Dort wird nun der Frage nachgegangen, wie man künstliche Intelligenz einsetzen kann, um große Datenmengen auszuwerten. Zur Umsetzung des Projekts hat man die Stellen in der IT-Forensik verdoppelt und ca. 2 Millionen Euro für einen schnelleren Netzwerkrechner und leistungsstarke forensische Software ausgegeben.

Die KI kommt zunächst in Kassel zum Einsatz, weil das Finanzamt II dort zentral für die Bearbeitung digitaler Massendaten zuständig ist. Dort stehen 45 Computerforensiker und Steuerfahnder zur Verfügung, die Spezialisten ausbilden und aufbauen sollen, um den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Außerdem soll im Bereich KI weiter geforscht werden, um z.B. neue Ermittlungsansätze zu erarbeiten. Informationen darüber, wie viel Geld letztendlich wirklich in die Hand genommen wird und welche Programme zum Einsatz kommen, hält das Finanzministerium „um die Ermittlungsansätze nicht zu gefährden“ zurück. 

Wie funktioniert die KI 

In erster Linie geht es darum die Steuerfahndung effizienter zu machen und zu diesem Zweck die KI als Unterstützung in der Bewältigung der Datenmassen einzusetzen. Das Prinzip funktioniert wie folgt: Der Computer lernt anhand eingespeister Ergebnisse, die durch menschliche Fahnder zustande gekommen sind. Je mehr Ergebnisse und Varianten eingespeist werden, desto aussagekräftiger und hochwertiger sind die Ergebnis der Analyse. Dabei kann die KI in einer Datenbank z.B. Namen identifizieren, Querbezüge zwischen Dokumenten herstellen oder bspw. erkennen ob es Abweichungen zu in ausgefüllten Formularen oder Meldungen gibt. Im Folgenden reduziert das Programm mögliche steuerstrafrechtliche Befunde auf den wesentlichen Kern und bereitet es für den menschlichen Fahnder vor.

Allerdings könne das System Fehler machen und eine Überprüfung der Ergebnisse ist unbedingt erforderlich. Doch auch hier kann das System von den eingespeisten Ergebnissen lernen und sich stetig weiterentwickeln. Die Effizienz auf der Suche nach Steuersünden wird so massiv gesteigert und der menschliche Fahnder kann sich vollständig auf die Prüfung konzentrieren, während die KI die breite Masse an Daten analysiert und vorbereitet.

Das Modell befindet sich noch in der Entwicklungsphase

Zwar werden in vielen Finanzverwaltungen erste Abteilungen zur systematischen Analyse von Massendaten aufgebaut. Einen flächendeckenden Einsatz von KI-Methoden, zur Erkennung von Anomalien in Massendaten für steuerliche Zwecke, gibt es noch nicht. Allerdings muss sich gerade in diesem Bereich etwas tun, um der Bekämpfung von Steuersündern einen Schub geben zu können.

Denn vor allem im Bereich des Umsatzsteuerrechts bzw. der Umsatzsteuerbetrugsbekämpfung, der aufgrund der Vielzahl von Transaktionsdaten sich der Analyse durch die KI förmlich aufdrängt, besteht noch Nachholbedarf. Und das trotz einer dramatisch gesunkenen Prüfungsquote bei Umsatzsteuer-Sonderprüfungen von Unternehmen, trotz eines geschätzten jährlichen Umsatzsteuerbetrugs von mehreren hundert Millionen Euro alleine in Deutschland.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass zum Teil noch keine ausreichend konkrete Vorstellung von den Möglichkeiten eines Einsatzes der Schlüsseltechnologie KI in der Steuerverwaltung besteht. Ein weiterer Grund mag sicher darin liegen, dass die Personalgewinnung in diesem Bereich auch für die Finanzverwaltungen eine sehr große Herausforderung darstellt. Dem möchte man entgegenwirken, indem man spezielle duale Studiengänge, wie z.B. „digital Tax“ ins Leben ruft, die auf den oben genannten Sachverhalten aufgebaut werden.

Fazit

Auch wenn sich die Software noch in der Entwicklungsphase befindet und es viel Forschungsaufwand bedarf, um den Ablauf in die gängige Praxis einzubauen. Der Tag wird kommen, an dem künstliche Intelligenz auch in der Umsatzsteuerbetrugsbekämpfung eingesetzt wird. Wir halten Euch auf dem Laufenden.


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