Teure Quick Fixes für Online Händler

Quick Fixes werden teuer für Online Händler

Am 10.09.2019 wurden die Quick Fixes der EU-Mehrwertsteuerreform für das kommende Jahr definiert. Die Begrifflichkeit der „Quick Fixes“ täuscht, da sie die Änderungen zunächst marginal klingen lässt. Aber gerade der Online Handel ist extrem betroffen.

Die Quick Fixes der Mehrwertsteuerreform im Überblick

Insbesondere das Thema innergemeinschaftliche Verbringungen wird durch die neuen Quick Fixes beeinflusst. Im weiteren Verlauf gehen wir vor allem auf eben diese innergemeinschaftlichen Verbringungen ein, wollen Euch aber alle vier Quick Fixes zumindest kurz vorstellen.

• Innergemeinschaftliche Verbringungen (USt ID)
• Belegnachweise
• Konsignationslagerregelung
• Reihengeschäfte – Definition

Weiterhin sollte, zusammen mit den anderen Quick Fixes, das Instrument der „Zertifizierten Steuerpflichtigen“ (ZS) als fünfter „Quick Fixe“ eingeführt werden. Dies wurde allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ab nächstem Jahr: Umsatzsteuer auf grenzüberschreitende Verbringungen

Ab 2020 werden die grenzüberschreitenden Verbringungen umsatzsteuerrechtlich relevant, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Und unsere langjährige Erfahrung hat uns leider gezeigt, dass diese Voraussetzungen bei vielen Online Händlern nicht gegeben sind.

1. Eine „Zusammenfassende Meldung“ (ZM) ist zwingend erforderlich

2. Zum Zeitpunkt der Verbringung muss der Händler bereits über eine gültige UStID Nummer im Bestimmungsland verfügen

Die erste Voraussetzung kann auch nachträglich noch geschaffen werden. Denn eine ZM kann im Nachhinein auf den Zeitpunkt der Verbringung datiert werden. Das bedeutet: Hier ist die Voraussetzung noch im Nachgang zu bearbeiten und mögliche Fehler sind zu beheben. Bei der zweiten Voraussetzung sieht das allerdings anders aus.

Nachträglich eine UStID Nummer im EU Ausland zu beantragen ist grundsätzlich möglich, allerdings kann diese nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt zurückdatiert werden. Daher ist die zweite Voraussetzung nicht nachträglich zu erfüllen. Wir können heute keine UStID beantragen die beispielsweise schon für Verbringungen gültig ist, die Anfang des Jahres stattgefunden haben. Das hat weitreichende und auch finanzielle Konsequenzen. Wenn Du nicht richtig registriert bist oder registriert wurdest, musst Du ab 2020 plötzlich Steuern auf deine Verbringungen zahlen. Hier bei handelt es sich schlicht weg um Mehrkosten, die du bisher nicht hattest und die man leicht umgehen kann, wenn die USt ID korrekt und vor allem frühzeitig beantragt wurde.

Quick Fixe

Enormes finanzielles Risiko für Online Händler

Online Händler müssen, sofern noch nicht geschehen, jetzt ihre Umsatzsteuer ID in jedem Land beantragen, indem sie umsatzsteuerpflichtig sind. Dieser Vorgang nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, je nach Bestimmungsland einige Wochen bis zu einigen Monaten. Das ist die Grundvoraussetzung für ein rechtlich korrekt geführten Online Handel. Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, dass dies leider häufig nicht der Fall ist.

Gerade der Umsatzsteuerservice von Amazon selbst kann laut Information unserer Mandanten eine enorme Zeitspanne für die Beantragung in Anspruch nehmen. Falls Du diesen Service seitens Amazon in Anspruch genommen hast, solltest Du prüfen, ob die Registrierung wirklich abgeschlossen ist, bevor Amazon länderübergreifend Deine Ware verbringt. Wenn es ohne eine Umsatzsteuer ID bereits zu Verbringungen im PAN-EU Raum kam, so haftet der Händler unmittelbar, da er als Steuerschuldner für die Verbringungen verantwortlich gemacht wird.

Dies kann je nach Umsatz und Größe der Verbringungen enorme Geldsummen und Verluste bedeuten, welche durch eine einfache Registrierung umgangen werden können. Handelst Du als länderübergreifender Online Händler hier korrekt, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Bist Du Dir aber unsicher, solltest Du schnellst möglich handeln, denn es drohen weitreichende Konsequenzen.


JuMa berät Dich kostenlos und unverbindlich in Bezug auf VAT Compliance. Wir haben uns gezwungenermaßen auf Problemfälle spezialisiert, in denen die oben angesprochen Umsatzsteuermeldungen über Amazon selber oder andere Anbieter fehlerhaft oder gar nicht gemeldet wurden. Gerade in diesen Fällen, in denen länderübergreifend vorgegangen werden muss, ist der Gesamtüberblick enorm wichtig.
Daher melde Dich gerne bei uns, sei es in Bezug auf rechtzeitige Erstmeldungen in den PAN-EU Ländern oder auch auf verspätete Meldungen, da es nun nochmal wichtiger geworden ist, dass diese bis zum Neuen Jahr erfolgen.

Melde Dich hier zu einem kostenfreien Beratungsgespräch bei uns an oder versuch es direkt unter: 0234/ 520 026 0.

Social Share