BlogTitelbild_Privat-vs-Geschäftskonto

Wenn wir uns kurzfassen wollen, es spart Zeit, Geld und unnötige Rückfragen des Finanzamtes. Doch zu der Thematik gibt es weitaus mehr Gründe anzubringen. Wir fassen im Folgenden für Euch zusammen.

Bin ich zur Führung eines Geschäftskontos verpflichtet?

Die klare Antwort ist NEIN, als Unternehmer einer Personengesellschaft bist Du nicht dazu verpflichtet, dennoch ist es eine „MUST HAVE“. Wir wollen Dir in diesem Blogpost erklären wieso.

Wie schon erwähnt bist Du in Deutschland als Unternehmer nicht dazu verpflichtet neben Deinem Privatkonto auch ein Geschäftskonto zu führen. Lediglich Kapitalgesellschaften, wie GmbH, UG, AG, eG, KGaA oder eV sind zur Eröffnung eines Geschäftskontos verpflichtet, da sie als juristische Personen gelten.

Allerdings ist eine strikte Trennung von privaten Umsätzen und geschäftlichen Transaktionen für jede Geschäftsform nur vorteilhaft und das sagen wir nicht, weil wir es sonst in der Buchhaltung ausbaden müssten. Im Folgenden führen wir die Hauptgründe aus, die für das Führen eines Geschäftskontos sprechen.

Zeitsparnis- Privat und Geschäftskonten

Zeitersparnis

Sofern Du Dich dazu entscheidest ein Geschäftskonto führen zu wollen, ist es dringend zu empfehlen, dies auch von Anfang an zu tun. Dadurch ersparst Du Dir im Nachgang die Arbeit Deine geschäftliche Bankverbindung bei Kunden, Partnern und Ämtern zu ändern. Das hat allerdings noch gar nichts mit dem eigentlichen Vorteil der Zeitersparnis zu tun.

Die größte Zeitersparnis schlägt sich vor allem in der Buchhaltung nieder. Wenn Du Deine Buchhaltung selber machst, kannst Du eventuell noch Deine Umsätze zwischen privaten und gewerblichen unterscheiden, aber sobald Du einen externen Buchhaltungsservice nutzt, sieht das anders aus.

Für einen Externen ist es unmöglich zu sehen, welche Banktransaktionen privat oder geschäftlich sind. Z.B. Fortbildungskosten sind in diesem Fall noch relativ einfach zuzuordnen, da davon ausgegangen werden kann, dass Du privat kein Seminar für z.B. Führungskräfte besuchen würdest.

Doch die Liste an undefinierbaren Beispielen, die nicht so einfach zuzuordnen sind, ist lang. Zu den gängigsten Posten gehören: Bewirtungsbelege und Aufmerksamkeiten. Zu Aufmerksamkeiten gehören Wasser, Kaffee oder ähnliches fürs Büro und/oder Geschäftskunden. Dein Buchhalter kann die Rechnung vom Supermarkt aber nicht einsortieren nach Geschäftsausgaben oder Deinem privaten Einkauf.

Weiterhin fällt die Unterscheidung bei privaten und gewerblichen Anschaffungen schwer, handelt es sich um ein Geschäftshandy oder eine private Neuanschaffung. Hast Du Dir privat ein neues T-Shirt bestellt, oder kann das für Messebesuche genutzt werden?

Rückfragen, um die Du bei der externen Führung Deiner Buchhaltung nicht herumkommen wirst, die den Prozess nur unnötig verlängern. Der Mehraufwand seitens der Buchhaltung bringt uns auch direkt zu Punkt 2: Der Geldersparnis.Geldersparnis- Privat und Geschäftskonten

Geldersparnis

Der Buchhaltungsaufwand Deines Unternehmens hängt insbesondere von der Anzahl Deiner Transaktionen ab. Wenn also Deine privaten Umsätze zunächst aussortiert werden müssen ist dies ein unnötiger Mehraufwand.

Die Wichtigkeit eines Geschäftskontos fällt auch insbesondere bei Online Händlern stark ins Gewicht. Denn jede einzelne Ausgabe schlägt sich auf dem entsprechenden Konto nieder, da es ja keine Barzahlungen gibt. Und umso erfolgreicher Du als Online Händler wirst, umso mehr Ausgaben müssen Beachtung finden. Zur Führung einer ordentlichen Buchhaltung wird von Beginn an eine strikte Trennung der privaten und geschäftlichen Ausgaben geraten.

Anhand eines kleinen Rechenbeispiels wollen wir mit dem Irrglauben aufräumen, dass Geschäftskonten unter anderem sehr teuer sein müssen. Zunächst einmal musst Du Dir bei der Wahl Deines Geschäftskontos sehr gut ansehen, welche Art und Häufigkeit von Transaktionen Du auf Deinem Geschäftskonto haben wirst, da die Banken sehr unterschiedlich abrechnen. Wir nehmen als Grundlage den Geschäftskontenvergleich aus 2019 von „Für Gründer“.

Rechenbeispiel:

Die durchschnittlichen Kontoführungsgebühren für Geschäftskonten liegen hier in Deutschland bei Online Banken zwischen 0 – 46 € pro Monat.  Für einen externen Buchhalter zahlst Du ca. 70 € pro Stunde für Deine laufende Buchhaltung.

Das heißt, wenn nur eine zusätzliche Stunde für 70 €  PRO JAHR anfällt, durch den Mehraufwand von nicht getrennten Konten, dann hast Du bereits die Kosten von 46 € für Dein Geschäftskonto wieder raus.

Weiterhin kannst Du quasi doppelt Geld sparen, wenn Du ein geschäftliches Bankkonto führst, da Du hier alle anfallenden Kontoführungsgebühren bei der Steuer als Betriebsausgaben geltend machen kannst.

Wenn Dich diese beiden Punkte noch nicht dazu bewegt haben, Dir auf jeden Fall zwei getrennte Konten zuzulegen, haben wir noch den unangenehmsten Punkt für Dich, und zwar die Prüfung seitens des Finanzamts.

Fragen vom Finanzamt- Privat und Geschäftskonten

Unnötige und private Fragen des Finanzamtes

Dein Buchhalter hat sich irgendwie durch die privaten und geschäftlichen Transaktionen auf Deinem Privatkonto gekämpft und Deine Buchhaltung gemacht. Jetzt hat das Finanzamt aber Fragen zu Deinen Ausgaben und Du unterliegst der Nachweispflicht.
Sprich Du musst dem Finanzamt alle Ausgaben Deines Unternehmens offenlegen. Wenn diese Ausgaben über Dein Privatkonto laufen, dann musst Du diese Informationen zur Verfügung stellen.

Zum einen sieht das Finanzamt Buchungen aus Deinem Privatleben, die nicht für seine Augen bestimmt sind, das können Urlaubsbuchungen sein, Anschaffungen, Abonnements oder was auch immer, und zum anderen können durch die Einsicht all Deiner Buchungen natürlich auch noch mehr Fragen entstehen. Vielleicht fragt das Finanzamt plötzlich nach, wieso dieser Posten als „Aufmerksamkeiten“ verbucht wurde, weil gesehen wurde, dass sonst kein Privateinkauf für Dich in dieser Woche stattgefunden hätte. Dann gerätst Du in unnötige Erklärungsnot.

Daher hier unser schnelles und kurzes Fazit: Bitte schaff Dir ein Geschäftskonto an! Schließlich agierst Du als Unternehmer und nicht als Privatperson. Trenne das gedanklich und auch im Geldfluss.


JuMa – das moderne Backoffice übernimmt gerne Deine laufende Buchhaltung. Auch wir übernehmen lieber Buchhaltungen bei der bereits eine getrennte Kontoführung vorhanden ist. Gerne beraten wir Dich aber auch wenn es um eine zukünftige Splittung der Transaktionen geht.

Wusstest Du, dass der Jahreswechselder beste Zeitpunkt ist, deine Buchführung umzustellen? Denn dann können wir ab Januar 2020 direkt mit einer möglichst effizienten Buchführung starten.

Social Share

Keine Kommentare

Leave a comment