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Neue Richtlinie für Rechnungsstellung bei Amazon Händlern

Amazon hat seinen Händlern eine neue Richtlinie für Amazon-Business-Kunden auferlegt. Händler, die über den Online Markplatz Amazon an Business-Kunden verkaufen, müssen ihnen innerhalb eines Werktages eine Umsatzsteuerrechnung vorlegen. Was Ihr zu der neuen Richtlinie wissen müsst und welche Komplikationen damit einhergehen, erfahrt Ihr im Folgenden. 

 Amazon stellt neue Richtlinie zur Rechnungsstellung vor

Die offizielle Ankündigung von Amazon lautet: 

„Alle Verkäufer müssen Amazon-Business-Kunden innerhalb eines Werktages eine korrekte und gültige Umsatzsteuerrechnung für jede Bestellung vorlegen, nachdem die Versandbestätigung für die Bestellung erfolgt ist. Amazon bietet Verkäufern die Möglichkeit, über den Umsatzsteuer-Berechnungsservice von Amazon Rechnungen zu erstellen. In diesem Fall steht die Rechnung automatisch im Kundenkonto als Download zur Verfügung. Falls Verkäufer den Umsatzsteuer-Berechnungsservice von Amazon nicht nutzen, muss die Rechnung über das Käufer-Verkäufer-Postfach an die E-Mail-Adresse des Kunden gesendet werden, die in den Bestelldetails im PDF-Format angegeben ist.

Wenn Sie nicht verpflichtet sind, Umsatzsteuer auf Ihre Verkäufe zu erheben, müssen Sie trotzdem für jede Bestellung einen Beleg von einem Amazon-Business-Kunden bereitstellen.”

Kommt man diesen Forderungen nicht nach und vernachlässigt die neue Richtlinie, droht Amazon mit „möglichen Konsequenzen für das Verkäuferkonto“. Wie diese Konsequenzen im Detail aussehen, ist allerdings noch nicht bekannt. 

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Warum ist das wichtig?

Amazon begründet die neue Richtlinie damit, das Einkaufserlebnis für seine Kunden kontinuierlich verbessern zu wollen. Business-Kunden benötigen die Belege und Rechnungen zu Buchhaltungs- und Steuerzwecken. Um diesen Anforderungen so gut wie möglich nachkommen zu können, hat Amazon nun die Richtlinien für die Rechnungsstellung aktualisiert. 

Was ist neu? 

Die Rechnung oder der Beleg muss innerhalb eines Werktages nach Versandbestätigung auf elektronischem Wege im PDF-Format verschickt werden. Falls Ihr keine Umsatzsteuer auf Eure Verkäufe berechnen müsst, ist es trotzdem erforderlich, dass Ihr für jede Bestellung von einem Amazon Business-Kunden einen Beleg zur Verfügung stellt.

Was müsst Ihr tun? 

Geht zu „Bestellungen verwalten“ im Seller Central. Wenn das Business-Kundenetikett auf einer oder mehreren der Bestellungen angezeigt wird, klickt auf den Namen des Käufers, um das Käufer-Verkäufer-Postfach zu öffnen und die Rechnung oder den Beleg im PDF-Format anzuhängen. Wenn Ihr die Rechnungen nicht manuell senden möchten, könnt Ihr den kostenlosen Umsatzsteuer-Berechnungsservice von Amazon nutzen, sofern Ihr nicht schon auf ein externes Rechnungsprogramm Zugriff habt.

Komplikationen bei der Umsatzsteuerrechnung durch neue Richtlinie

Mögliche Komplikationen durch die neue Richtlinie

Leider gab es bzgl. der neuen Richtlinie weder eine Ankündigung, noch einen wirklich konkreten Termin, wann sie in Kraft tritt. Im Prinzip ist die Richtlinie jetzt da und muss eingehalten werden. Doch der von Amazon erwartete Vorgang wirft viele Fragen und Komplikationen auf: 

| Bei bereits nach der Versandmitteilung bereitgestellten Rechnungen, die  am Ende aber unbezahlt bleiben, hat der Rechnungsempfänger zwar eine auf ihn ausgestellte Rechnung erhalten, aber eigentlich wird Amazon die Kosten übernehmen.

| Es ist nicht wirklich bekannt, inwiefern Händler aus dem Ausland, und vor allem dem EU-Ausland, dieser Richtlinie nachkommen werden bzw. können.

| Herkömmliche Rechnungen, die in Papierform der Bestellung beigelegt werden, scheinen keine Gültigkeit mehr zu haben. 

| Es kam in der Kürze der Zeit schon zu Fällen, dass sowohl Rechnungen dem Paket beigefügt als auch von Amazon Rechnungen generiert wurden. So kann es passieren, dass Verkäufer die Umsatzsteuer zweimal abführen müssen. 

Außerdem übersehen Kunden diese Rechnungen oft, fordern sie erneut an oder verlangen sogar, die Rechnung physisch dem Paket beizulegen. Die neue Richtlinie wirft also viele Fragen auf, bei dem der Händler, bei dem Versuch sie zu beantworten, größtenteils auf sich selbst gestellt ist. Selbst wenn man der Richtlinie nachkommt, kann es zu Komplikationen kommen, wobei niemand so wirklich weiss, wie damit umzugehen ist. Es bleibt abzuwarten, inwiefern Amazon hier noch weitere Instruktionen veröffentlicht bzw. die Richtlinie anpassen wird. 

Im Folgenden haben wir Euch nochmal aufgelistet, was eine korrekte Umsatzsteuerrechnung zu enthalten hat. 

Die korrekte Umsatzsteuerrechnung 

Nach Umsatzsteuergesetz gehören folgende Daten auf jede Rechnung:

  • Name und Anschrift von Verkäufer und Käufer
  • Steuernummer des Finanzamtes oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vom Bundeszentralamt für Steuern
  • Ausstellungsdatum
  • Rechnungsnummer
  • Menge und Art der gelieferten Produkte
  • Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung 
  • das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt
  • Steuersatz und Steuerbetrag; im Falle der Steuerbefreiung ein Hinweiß auf die Befreiung
  • im Fall einer Leistung an einen Nichtunternehmer oder an einen Unternehmer für den nichtunternehmerischen Bereich der Hinweis, dass die Rechnung von diesem zwei Jahre aufzubewahren ist
  • im Fall der Ausstellung durch den Käufer oder durch einen beauftragten Dritten der Hinweis, dass es sich um eine Gutschrift handelt

Fragen?

Ihr habt Fragen zur Umsatzsteuerrechnung, bzw. bei Euch treten Komplikationen auf, die im Irrgarten der Umsatzsteuer verschwinden? Gerne beantworten wir Eure Fragen in einem kostenlosen Beratungsgespräch.

 

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