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Kontrolliert euren Lagerbestand – Quick Fixes ab Januar 2020!

Aus gegebenem Anlass möchten wir hier nochmal auf das Thema Quick Fixes und die entscheidenden Änderungen in Bezug auf die innergemeinschaftlichen Verbringungen ab Januar 2020 eingehen.

Warum aus gegeben Anlass (bis auf die Tatsache, dass der 01.01.2020 immer näher rückt)? Jeder 5te neue Mandant bei uns sagt, er habe irgendwann Mal diesen ominösen „PAN EU“-Knopf gedrückt, diesen dann aber schnellstmöglich (Spanne von 20 Minuten bis hin zu 4 Wochen) wieder abgestellt, weil er sich der Konsequenzen nicht bewusst war bzw. diese im Nachhinein gefürchtet hat.

Nachdem Motto:„Ist ja noch nichts passiert“. Eben doch, und ab nächstem Jahr sind die Konsequenzen noch weitreichender.

Den meisten ist nicht bewusst, dass die Lagerung in paneuropäischen Ländern auch eine Steuerschuld in eben diesen auslöst. Neben der Registrierung und den Umsatzsteuervoranmeldungen in den entsprechenden Bestimmungsländern werden mit der Aktivierung der Lager auch die innergemeinschaftlichen Verbringungen, §6a UStG, ausgelöst. Und genau diese stellen eine neue riesige Kostenfalle für Online Händler dar.

Innergemeinschaftliche Verbringungen

§6 Innergemeinschaftliche LieferungenHierbei handelt es sich um Warensendungen zwischen Deinen Amazon-Lagern. Diese werden vollautomatisch durch Amazon durchgeführt und Du hast keine Kontrolle über den Vorgang.

Jetzt musst Du Dir vorstellen, dass Ware in Wert von 10.000 € aus Deinem Lager in Polen nach Tschechien transportiert wird. In dem Moment verdienst Du kein Geld mit dieser Warenbewegung und schickst sie im Prinzip an Dich selbst. Steuerliche Beachtung findet dieser Vorgang nichtsdestotrotz und sie müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Allerdings sind diese innergemeinschaftlichen Verbringungen steuerfrei, zumindest sofern Du eine gültige USt-ID in den jeweiligen Ländern besitzt!

Ab dem 01.01.2020 kann es nun passieren, dass Du auch auf eben diese Verbringungen „innerhalb Deines Unternehmens“ Umsatzsteuer zahlen musst. In unserem Beispiel hast Du dann einen Verlust von 1.900 €. Wie Du Dich dagegen schützen kannst haben wir in unserem Blog zu den Quick Fixes im September  bereits ausführlich erklärt. Hier nochmal ein kurzer Exkurs.

QuickFixe auf Verbingungen

Quick Fixes ab 01.01.2020

Es gibt zwei wesentliche Dinge zu beachten, um nicht in die Kostenfalle der Quick Fixes zu geraten.

  • 1. Eine „Zusammenfassende Meldung“ (ZM) ist zwingend erforderlich
  • 2. Zum Zeitpunkt der Verbringung muss der Händler bereits über eine gültige UStID Nummer im Bestimmungsland + Startland verfügen

Gerade Punkt 2. stellt Online Händler und Steuerberater gleichermaßen vor Herausforderungen, denn es ist nicht möglich eine USt Registrierung auf ein bestimmtes Datum ZURÜCK ZU DATIEREN.

Sprich wer ab dem 01.01.2020 noch keine gültige USt ID in Ländern hat, in denen es zu innergemeinschaftlichen Verbringungen kommt, muss dort Steuern auf die Warenverlagerung zahlen. Dies kann wie im oberen Beispiel teuer werden. Du lagerst bereits seit 1,5 Jahren in PL und CZ (dem CE Programm) und bist dort nicht steuerlich registriert? Dann musst Du nicht nur die Umsatzsteuer rückwirkend melden und die entsprechende Steuerschuld begleichen, sondern neben den Versäumnisgebühren und Zinsen auch noch die rückwirkenden innergemeinschaftlichen Verbringungen versteuern. Schau Dir Deinen Transaktionsbericht an und rechne Dir das ganz einfach mal selber aus.

Was passiert und was Du beachten musst, wenn Dir auffällt, dass Du eigentlich längst in einem anderen Bestimmungsland steuerlich registriert sein müsstest, kannst Du in einem unserer vorherigen Blogposts nachlesen: HILFE – ICH HABE KEINE UST-ID IM BESTIMMUNGSLAND! WAS PASSIERT BEI EINER RÜCKWIRKENDEN MELDUNG?

Selbstschutz vor dem 01.01.2020: Lagerbestände selber prüfen

Kontrollier am besten einmal Deine Lagerbestände. Denn wie wir bereits am Anfang des Blogposts erwähnten, haben eine Vielzahl unserer neuen Mandanten das gleiche Problem. Ihnen ist gar nicht bewusst, dass Sie bereits in verschiedenen Ländern lagern.

Natürlich kannst Du auch über die Transaktionsberichte sehen, was mit Deinen Produkten passiert ist, sprich Du siehst die Verbringungen zwischen den Länderübergreifenden Amazon-Lagern sowie die Startversandländer Deiner Verkäufe. Allerdings wollen wir Dir noch einen zweiten Weg aufzeigen, wie Du schnell siehst wo Deine Produkte gelagert werden.

Denn was im Jahr 2020 noch wichtiger wird: Bereits zu Beginn der Lagerung in einem neuen paneuropäischen Bestimmungsland, wird die erste Lieferung in das Lager bereits Deine erste innergemeinschaftliche Verbringung darstellen. Und genau diese werden ja dank der Quick Fixe sehr teuer, wenn Du keine gültige USt ID in dem besagten Land hast.

Deswegen hier der Weg zur Selbstkontrolle:
Geh dafür in Deinen Amazon Seller Account und befolge folgende Schritte, damit Du einen Überblick über Deine Lagerbestände in den einzelnen Ländern bekommst.

  • 1. Gehe auf „Berichte“
  • 2. Dann auf „Versand durch Amazon“
  • 3. Links in der Leiste findest Du „Monatsprotokoll Lagerbestand“
  • 4. Hier kannst Du dann eine CSV Datei ziehen für einen bestimmten Zeitraum
  • 5. Filter in der CSV Datei nach den „Sellable“ Produkten, so findest Du eine Aufstellung, die Dir anzeigt, in welchem land Du wie viele zu verkaufende Produkte lagerst.

Lagerbestand prüfen bei Amazon

Die Grafik zeigt Dir nochmal den Click-Pfad im Amazon Seller Central. Die CSV Datei zeigt Dir auf einen Blick in welchen Ländern aktuell Waren von Dir liegen.

Tauchen dort Länder auf, von denen Du nicht ausgegangen bist, dort zu lagern, gilt es umgehend zu handeln. Die Probleme werden sich im Laufe der Zeit nicht in Luft auflösen, sondern eher potenzieren.

Exkurs: Nicht erschrecken, wenn Du in diesem Bericht vereinzelt „Unsellable“ Produkte in den EU-Ländern findest. Diese sind von der Problematik ausgeschlossen, denn Amazon lagert vereinzelt Retouren in diesen Ländern zwischen. Wenn Du dazu noch Fragen hast, sprich uns gerne an.

Fazit

Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, bitte nimm die Quick Fixes nicht auf die leichte Schulter. Es handelt sich um die erste steuerrechtliche Änderung seit über 20 Jahren und auch wenn es lapidar klingt: Der Staat wird sich etwas dabei gedacht haben. Es ist davon auszugehen, dass viele Händler zunächst auf ihre nicht korrekt umsatzsteuerlich gemeldeten Länder, bzw. Verbringungen, Steuern zahlen müssen und werden.

Ob Du dazu gehörst, kannst Du leicht prüfen und mit unserer Hilfe verhindern.


JuMa berät Dich kostenlos und unverbindlich in Bezug auf VAT Compliance. Wir haben uns gezwungenermaßen auf Problemfälle spezialisiert, in denen die oben angesprochen Umsatzsteuermeldungen über Amazon selber oder andere Anbieter fehlerhaft oder gar nicht gemeldet wurden. Gerade in diesen Fällen, in denen länderübergreifend vorgegangen werden muss, ist der Gesamtüberblick enorm wichtig.
Daher melde Dich gerne bei uns, sei es in Bezug auf rechtzeitige Erstmeldungen in den PAN-EU Ländern oder auch auf verspätete Meldungen, da es nun umso wichtiger geworden ist, dass diese bis zum Neuen Jahr erfolgen.

Wenn Du Fragen hast, kannst Du uns gerne Mo-Fr von 09:00 -17:00 Uhr unter folgender Telefonnummer erreichen: +49 (0) 234 520 026 0 oder Du vereinbarst ein kostenfreies und unverbindliches Beratungsgespräch mit uns.

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