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Blogtitelbild FBA Programme

EFN, CE, PAN EU …der Service Fulfillment by Amazon ist bei Online Händlern in aller Munde. Doch FBA ist nicht gleich FBA. Es gibt verschiedene Programme mit vielen verschiedenen Möglichkeiten der nationalen bzw. internationalen Lagerung oder der Nutzung internationaler Marktplätze. Diese hängen wiederum von der Ausrichtung, den Produkten und den Absatzzahlen des jeweiligen Online Händlers ab. Im Folgenden erläutern wir Euch welche Programme es gibt und welche Vor- und Nachteile sie jeweils mit sich bringen, bzw. für wen sich welches Modell eignet.

FBA vs. FBM

Fulfillment by Amazon ist bei Amazon Händlern eine beliebte Variante seine gesamte Versandlogistik gegen Gebühren an Amazon abzutreten. Allerdings ist man nicht gezwungen diesen Service zu nutzen, sondern kann die gesamte Logistik auch eigenverantwortlich übernehmen. Dieses Modell nennt sich Fulfillment by Merchant.

Bei Fulfillment by Merchant, kurz FBM, entscheidet man sich die Lagerung, die Verpackung und Frankierung, den Versand sowie den Retouren-Service eigenständig umzusetzen. Für dieses Modell solltest Du Dich allerdings nur entscheiden, wenn Du in der Lage bist diese Strukturen auch professionell darzustellen. Denn bei Amazon muss es oft schnell gehen und die Prozesse reibungslos funktionieren, da sich auch Amazon-Käufer an einen gewissen Standard gewöhnt haben.

Vor- und Nachteile von FBM

Im Vergleich zum Fulfillment by Amazon bietet das Fulfillment by Merchant gewisse Vor- und Nachteile, die von Fall zu Fall allerdings unterschiedlich ins Gewicht fallen. 

Vorteile Fulfillment by Merchant

  • Volle Kontrolle: Zwar kann man sich bei Amazon der professionellen Abwicklung sicher sein, allerdings ist es manchen Händlern trotzdem lieber die Kontrolle über die Logistik und z.B. auch die Kommunikation mit den Kunden zu behalten.
  • Sichere Verpackung: Auch hier geht es um Kontrolle. Bei speziellen Produkten möchte man sichergehen, dass sie richtig und sachgemäß verpackt werden. Bei FBM ist dies kein Problem.
  • Customer Relationship Management: Du hast die Möglichkeit direkt mit Deinen Kunden zu kommunizieren und z.B. kleinere Merchandise Artikel mitzuversenden.
  • Eigene Marke stärken: Man kann die Verpackung selbst branden und als eigene Marke kommunizieren.

FBM - Fulfillment by Merchant
 

Nachteile Fulfillment by Merchant

  • Hoher Aufwand: Die eigenständige Abwicklung ist natürlich auch mit einem höherem Aufwand verbunden, wofür Personal, Fläche und eine gewisse Struktur zu Partnern bestehen muss. Hier muss man die Kosten mit dem FBA Programm vergleichen. 
  • „Versand durch Amazon“: Viele Kunden haben in das Modell „Versand durch Amazon“ mehr Vertrauen und filtern sogar aktiv danach.

Wie so oft kommt es auf die individuelle Situation des Händlers an. Wenn Du mit der Materie vertraut bist und bereits ein etablierter Warenversand besteht, solltest Du Dir die Frage stellen, ob Du die Gebühren von Amazon in Kauf nehmen möchtest. Natürlich ist die Antwort auch davon abhängig, ob Du international verkaufst und dementsprechend Lager unterhalten könntest, um kurze Wege zu garantieren. Ist dies nicht der Fall, kommst Du am Service Fulfillment by Amazon wieder kaum vorbei.

Für kleine Händler, die häufig in Personalunion oder mit einem kleinen Unternehmen einsteigen, ist der professionelle Versand mit all seinen Schritten kaum zu bewerkstelligen. International schon gar nicht. Auch hier kommt man am Fulfillment by Amazon nicht vorbei.

Nun gibt es bei dem FBA Programm verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, die wir Euch im Folgenden erläutern.

EFN, CE und PAN EU. Die verschiedenen FBA Modelle

Mit EFN, CE und PAN EU bietet Amazon verschiedene FBA-Modelle an, die sich vor allem in der Lagerung, den Gebühren aber auch in der Nutzung der Marktplätze unterscheiden. Je nach Größe des Händlers, der angebotenen Produkte oder der Absatzziele, passen die unterschiedlichen Modelle auf die einzelnen Händler.

EFN –  European Fulfillment Network

EFN - European Fulfillment Network
 

Mit dem European Fulfillment Network, oder kurz EFN, lagern Deine Warenbestände in verschiedenen Fulfillment Centern, allerdings nur in einem einzigen Land. Aus diesem Land werden die Waren dann national und international in die einzelnen Marktplätze versandt.

Dieses Programm eignet sich vor allem für Händler, die noch in den Kinderschuhen stecken und dementsprechend neu auf dem Markt sind. Durch EFN können junge Händler am meisten profitieren und sehr schnell eine breite Masse an Kunden mit wenig logistischem Aufwand ansprechen.

Vorteile EFN:
Der Vorteil des European Fulfillment Network liegt ganz klar bei dem geringeren bürokratischen Aufwand. Ihr müsst Euch nur in dem Land, in dem Ihr lagert und aus dem Ihr versendet umsatzsteuerlich registrieren. Zumindest solange Ihr die jeweiligen Lieferschwellen nicht überschreitet. Außerdem erhaltet Ihr in dem Land, in dem Ihr lagert den „Prime“ Status, was dort Eure Absätze deutlich vorantreiben wird. 

Nachteile EFN:
Als großer Nachteil stehen dem geringen Aufwand die höheren Gebühren gegenüber. Für Amazon sind die Lagerkosten z.B. in Deutschland deutlich höher, außerdem sind die Vertriebswege ins Ausland von einem zentralen Standort weiter als z.B. bei den später beschriebenen Programmen. Diesen Mehraufwand wälzt Amazon auf den Händler ab, indem es höhere Gebühren verlangt. Außerdem erhebt Amazon „Strafgebühren“ bei Sendungen ins Ausland, die zudem deutlich länger unterwegs sind. 

CE – Central Europe Program  

CE - Central European Program

Durch das Central Europe Program könnt Ihr Euch in der Lagerung, neben Deutschland, auf die Länder Polen und Tschechien ausweiten. Ihr übergebt Eure Waren an Amazon, welche auf Grund von Bedarfsanalysen proaktiv seitens Amazon auf die einzelnen Länder Deutschland, Polen und Tschechien verteilt werden.

Dieses Programm eignet sich vor allem für mittelgroße Unternehmen, die mindestens einen Absatz von 500 Produkten im Monat aufweisen können. Je mehr Einheiten verkauft werden, desto höher sind die logistischen Kosten für Amazon und desto mehr macht sich das bei den jeweiligen Gebühren bemerkbar.

Vorteile CE:
Beim Thema Gebühren landen wir auch direkt bei den Vorteilen. Durch die erhebliche Anhebung der Gebühren für das EFN Programm, hat man die Händler vor geraumer Zeit quasi in das CE Programm gedrängt. Pro verkaufte Einheit fallen hier 0,50€ weniger Gebühren an. Man hat kürzere Lieferzeiten und auch die Lagerkosten sind in Polen und Tschechien deutlich kostengünstiger.

Kleines Rechenbeispiel:

500 Lieferungen im EFN Programm kosten Dich 250 € Strafgebühren seitens Amazon.

Im CE Programm kommen Kosten für die Umsatzsteuerlichen Meldungen auf Dich zu, aber ab einer Absatzzahl von 500 Einheiten lohnt sich der Schritt ins CE Programm.

Nachteile CE:
Als Nachteil ist wie eben beschrieben zu nennen, dass man sich nun auch in Polen und Tschechien umsatzsteuerlich registrieren und Umsatzsteuervoranmeldungen durchführen muss. Ansonsten hat das Programm gegenüber dem EFN nur logistische Vorteile.

PAN EU – Pan-European FBA  

PAN EU - Pan-European FBA

Mit dem Pan-European Fulfillment by Amazon, kurz PAN EU, weitet Ihr Eure Lagerung nach ganz Europa aus. Amazon verteilt Eure Waren nun proaktiv in ganz Europa, die Produkte werden als Amazon Prime angeboten und werden bei Bestellung von der nächstgelegenen Lagermöglichkeit verschickt.

Dieses Programm eignet sich für größere Händler die mindestens einen Absatz von 1500 Einheiten pro Monat aufweisen können. Mit Hilfe von PAN EU kann man optimal neue Märkte erschließen und die Lagerung und dadurch auch den Versand optimieren. Eine Lieferung am nächsten Werktag ist quasi garantiert.

Vorteile PAN EU:
Das Pan-European Programm hat die mit Abstand größten Vorteile. Neben den geringsten Fulfillment Gebühren, verkürzt sich die Lieferzeit enorm und man erhält in jedem der Marktplätze den „prime“ Status. Dadurch erhöhen sich i.d.R. auch die Absatzzahlen deutlich.

Nachteile PAN EU:
Doch parallel zu den wachsenden Vorteilen, werden auch die Nachteile bzgl. der bürokratischen Handhabung größer. Durch die Lagerung in 7 verschiedenen EU-Ländern, muss man sich dementsprechend in diesen Ländern auch umsatzsteuerlich registrieren und regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen durchführen.

Die Anforderungen sind dabei von Land zu Land unterschiedlich und auch die Anzahl der Ansprechpartner wächst, wodurch man leicht den Überblick zu verlieren droht. Allerdings steigen die bürokratischen Mehrkosten nicht proportional zu den zu erwartenden Einnahmen.

Fazit

Zunächst solltet Ihr Euch zwischen FBM und FBA entscheiden, wobei man, falls kein europaweit etabliertes Versandsystem besteht, am Service Fulfillment by Amazon kaum vorbeikommt.

Um sich zwischen EFN, CE und PAN EU zu entscheiden, spielt vor allem die Größe des Unternehmens bzw. die aktuellen Absatzzahlen eine entscheidende Rolle. Zwar liegt es auf der Hand, dass je mehr Lagerländer man nutzt, desto größer auch die jeweiligen Vorteile sind. Allerdings wächst gleichzeitig auch der bürokratische Aufwand und eine gewisse Masse an Absätzen ist absolute Voraussetzung, damit sich PAN EU letztendlich für Euch lohnt.

Generell ist es also ein gängiges Vorgehen, dass man zu Beginn seiner Händlerkarriere mit EFN einsteigt und sich dann sukzessive vergrößert. Und zwar nicht nur was die Um- und Absatzzahlen angeht, sondern auch die Programme und somit die Lagerländer.

 

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