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Warum in 2020 mit mehr Betriebsprüfungen im Online Handel gerechnet werden muss

Durch die Einführung der Quick Fixe zum Jahreswechsel ergibt sich eine bisher nicht absehbare Summe an nicht gezahlten Steuergeldern in Europa. Diese können seitens des Finanzamtes durch eine Betriebsprüfung Deines Online Handels aufgedeckt werden und erhebliche Nachzahlungen mit sich bringen.
Laut unseren letzten Informationen können aktuell keine Betriebsprüfungen seitens der Finanzämter durchgeführt werden, da auf Grund der Corona Krise keine Außentermine erlaubt sind. Das heißt aber nicht, dass die Betriebsprüfungen im Laufe des Jahres 2020 nicht noch anstehen könnten. Gerade da die Finanzämter momentan durchaus nach möglichen noch nicht vereinnahmten Steuerquellen suchen können.

Als erstes gehen wir auf die Betriebsprüfungen an sich ein und im nächsten Schritt darauf wie Du sie weitestgehend umgehen kannst.

Was ist eigentlich eine Betriebsprüfung?

Unter einer Betriebsprüfung wird eine abschließende und nachträgliche Überprüfung eines Steuerfalles bezeichnet. Sehr wichtig zu wissen ist, dass jeder Steuerpflichtige eine Mitwirkungspflicht bei einer solchen Prüfung hat.
Die Betriebsprüfung, auch Außenprüfung genannt, wird in den §§ 193–207 AO umfassend gesetzlich geregelt.

Im Fall des Online Handels kommt es vermehrt zu einer Unterkategorie der Betriebsprüfung, genannt Umsatzsteuer-Sonderprüfung. Diese Sonderprüfungen gibt es auch für andere Steuerarten, beispielsweise eine Lohnsteuer-Außenprüfung.

Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung beschäftigt sich lediglich, wie der Name schon sagt, mit Deiner Umsatzsteuer. Eine Sonderprüfung ist bei weitem nicht so komplex und langwierig wie eine komplette Betriebsprüfung, da in diesen Fällen auch einzelne Sachverhalte untersucht werden und nicht zwingend ein bestimmter Zeitraum.

Wie kann ich eine Betriebsprüfung und/oder Sonderprüfung vermeiden?

Im Zweifelsfall leider gar nicht, da in unregelmäßigen Abständen eine Betriebsprüfung seitens des Finanzamtes durchgeführt werden kann, mindestens einmal alle zehn Jahre.

Aber grundsätzlich kann man sagen, durch eine ordnungsgemäße Buchführung und die korrekte steuerliche Erfassung kann man einer Betriebsprüfung am besten aus dem Weg gehen.

Formale Mängel in Deinen Rechnungen können auch schon zur Prüfung führen oder außergewöhnlich hohe Vorsteuerbeträge.

Die häufigsten Fehler bei einer Betriebsprüfung

Nicht vorbereitet auf eine Betriebsprüfung

Einmal in zehn Jahren muss ohnehin jedes Unternehmen mit einer Prüfung seitens des Finanzamtes rechnen. Hierbei handelt es sich um einen sehr langen Zeitraum, trotzdem musst Du immer mit einer Prüfung rechnen, sprich Deine Buchhaltung und Steuern sollten zu jeder Zeit einer Prüfung standhalten können.
Sobald sich eine Betriebsprüfung ankündigt, solltest Du damit beginnen die nötigen Unterlagen bereitzulegen und bestmöglich kooperieren.

Unnötiges Herauszögern des unaufhaltsamen

Auch bei einer Betriebsprüfung kann um Aufschub gebeten werden und auch wir nutzen dieses Mittel des Öfteren. Insbesondere, wenn jemand auf Grund einer anstehenden Betriebsprüfung auf uns zu kommt und wir das Mandat erst übernehmen.
Allerdings sollte diese Zeit zur besseren Vorbereitung genutzt werden und nicht um den Prozess künstlich in die Länge zu ziehen. Falls Du Beispielsweise weist, dass in Deinen Unterlagen Fehler zu finden sind, dann wirkt es sich meist straflindernd aus, wenn Du bei der Aufklärung hilfst.
Die Strafen können Nachzahlungen, Geldstrafen oder eine Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung sein.

Mit den Prüfer arbeiten, nicht gegen Ihn

Natürlich ist eine Betriebsprüfung in den seltensten Fällen erfreulich, aber der Prüfer macht einfach seinen Job. Und jede Betriebsprüfung verlief umso besser für den Unternehmer, wenn er von vornherein mit dem Prüfer zusammengearbeitet hat, als gegen Ihn. Das beginnt mit der Terminvereinbarung, der Bereitstellung der Unterlagen und der Kommunikation während des Prozesses.

Hilfe von außen zulassen, lass Dir helfen

Die Zuhilfenahme der Unterstützung Deines Steuerberaters oder Büroservices ist kein Eingeständnis von Schuld. Hol Dir Hilfe und strukturiere Dein Vorgehen bei einer Betriebsprüfung. Wir haben beispielsweise viel Erfahrung mit Betriebsprüfungen und behalten immer einen kühlen Kopf.

Warum steigt 2020 die Chance auf eine Betriebsprüfung?

Das ist mit zwei Wörtern schnell zusammengefasst „Quick Fixe“. Dieser den meisten unbekannte Begriff stellt die Umsatzsteuerpflichtigen Online Händler vor ziemliche Herausforderungen und bei nicht korrekter Steuermeldung auch vor erhebliche Strafen.

Die Quick Fixe gelten seit Anfang 2020. Insbesondere das Thema innergemeinschaftliche Verbringungen wird durch die neuen Quick Fixes beeinflusst.

Ab 2020 werden die grenzüberschreitenden Verbringungen umsatzsteuerrechtlich relevant, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Und unsere langjährige Erfahrung hat uns leider gezeigt, dass diese Voraussetzungen bei vielen Online Händlern nicht gegeben sind.

1. Eine „Zusammenfassende Meldung“ (ZM) ist zwingend erforderlich

2. Zum Zeitpunkt der Verbringung muss der Händler bereits über eine gültige UStID Nummer im Bestimmungsland verfügen

Die erste Voraussetzung kann auch nachträglich noch geschaffen werden. Denn eine ZM kann im Nachhinein auf den Zeitpunkt der Verbringung datiert werden. Das bedeutet: Hier ist die Voraussetzung noch im Nachgang zu bearbeiten und mögliche Fehler sind zu beheben. Bei der zweiten Voraussetzung sieht das allerdings anders aus.

Alle Problematiken rund um die Quick Fixe haben wir in zwei Blogpost bereits vertieft: Kontrolliert euren Lagerbestand – Quick Fixes ab Januar 2020! & Quick Fixes werden teuer für Online Händler

In diesem Blogpost wollen wir vermehrt auf die Betriebsprüfung eingehen, die nach nicht Beachtung der neuen Quick Fixe sehr lukrativ für das Finanzamt sein kann.

Umsatzsteuersonderprüfung auf Grund von nicht beachteten Quick Fixen

Wenn es innergemeinschaftliche Verbringungen zwischen Deinen Lägern gibt, aber in einem der Länder keine bereits GÜLTIGE Umsatzsteuer ID vorliegt, dann kann das jeweilige Finanzamt des Bestimmungslandes Dich dafür belangen.

Und wir wollen nochmal festhalten, dass es sich hier um eine Besteuerung der Gesamten Verbringung handelt, die bei einer korrekten und zeitigen Registrierung ansonsten steuerfrei für Dich wären.
Ein einfaches Beispiel soll Dir die Tragweite, der nicht Beachtung der Quick Fixe nochmals aufzeigen.

Du hast innergemeinschaftliche Verbringungen zwischen Deinem Lager in Polen und Spanien.

Innergemeinschaftliche Verbringung mitUStID

Amazon stößt diese Verbringungen in den meisten Fällen von sich aus an, um Dein Lagerbestand konstant hoch zu halten. Deswegen schickt Amazon Ware in Höhe von 20.000 € von Deinem Lager in Polen nach Spanien.
Allerdings hast Du noch keine USt ID in Spanien, da Du der Lagerung erst vor kurzem zugestimmt hast, um auch in Spanien Prime anbieten zu können. Du kümmerst Dich sogar um die Registrierung in Spanien, allerdings kann die Registrierung in diesem europäischen Land bis zu 3 Monate dauern. Zur Registrierung in Spanien findest Du bereits einen Blogpost von uns.
In der Zeit der Registrierung besitzt Du noch KEINE GÜLTIGE USt-Identifikationsnummer.

Innergemeinschaftliche Verbringung ohne USTID

Das heißt laut den Quick Fixen sind Deine innergemeinschaftlichen Verbringungen in Höhe von 20.000 € steuerpflichtig und zwar in Polen.

20.000 € innergemeinschaftliche Verbringungen von PL nach ES
23 % Mehrwertsteuersatz aus Polen (Ursprungsprinzip)
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4.600 € Steuerlast

Fazit

Wir rechnen fest damit, dass die Finanzämter in naher Zukunft damit beginnen werden die Verstöße gegen die Quick Fixe näher zu untersuchen, da hier einfach zu viel Steuergelder noch nicht gezahlt wurden.

Trotz der aktuellen Situation nehmen die Anfragen von neuen Mandanten zu, denen genau bewusst ist, dass Sie noch nicht umsatzsteuerrechtlich korrekt registriert sind. Der PAN-EU-Knopf bei Amazon ist einfach zu verlockend und auch zu schnell gedrückt.

Die Corona Krise ist momentan definitiv der wichtigere Faktor, den es zuerst zu überstehen gilt, allerdings wird es danach auch mit den Betriebsprüfungen weiter gehen.

Wenn Du Fragen hast rund um das sehr komplexe Thema Betriebsprüfungen dann melde Dich bei uns.
Wir haben schon Erfahrungen mit einer Vielzahl an Betriebsprüfungen unserer Mandanten machen können und beraten Dich gerne.

 

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