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Ab 2019 sind Online Händler auch in der Schweiz steuerpflichtig

Online-Händler, die vermehrt in die Schweiz liefern, müssen ab dem 1. Januar 2019 auch Mehrwertsteuer auf Kleinsendungen zahlen. Das hat die eidgenössische Steuerverwaltung Anfang des Jahres in einem unglücklichen und schwer zu lesenden Entwurf publiziert. Nun sind auch letzte Unklarheiten beseitigt. Wir fassen die Folgen für Online Händler zusammen.

Änderungen treten ab 2019 in Kraft 

Aktuell läuft es mit Sendungen in die Schweiz so, dass Online Händler keine Umsatzsteuer auf die gesendeten Waren zahlen müssen. Grund dafür ist, dass die Schweiz bei Kleinsendungen auf die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer verzichtet. Unter Kleinsendungen fallen alle Sendungen, bei dem der zu versteuernde Betrag fünf Franken oder weniger beträgt. Bei dem Schweizer Steuersatz von 7,7% entspricht das einem Warenwert (inkl. Versand) von ca. 65 Franken (umgerechnet ca. 57€). Bei dem ermäßigten Steuersatz von 2,5% (zB. bei Büchern) liegt diese Grenze gar bei 200 Franken (umgerechnet ca. 175€).

Dieser Tatbestand verschafft ausländischen Online Händlern einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Händlern in der Schweiz. Aus diesem Grund hat die Steuerverwaltung über eine Gesetzesänderung entschieden, die ab Januar 2019 in Kraft treten soll. 

Umsatzgrenzen von 100.000 Franken 

Online Händler werden ab 2019 in der Schweiz steuerpflichtig, wenn sie mit einfuhrumsatzsteuerfreien Kleinsendungen mindestens einen Umsatz von 100.000 Franken pro Jahr erzielen. Wird diese Grenze bereits 2018 überschritten, müssen sich ausländische Händler laut Schweizer Umsatzsteuergesetz schon ab dem 1. Januar 2019 in der Schweiz steuerlich registrieren. Dann müssen diese Händler auch ab dem ersten Euro Umsatz Mehrwertsteuer für ihre Sendungen zahlen, unabhängig davon ob es sich um Kleinsendungen handelt oder nicht.

Dabei stellen die Händler den Kunden die Mehrwertsteuer selbst in Rechnung. Das verhindert auch eine böse Überraschung an der Haustür der Eidgenossen, in Form von Steuern und Gebühren seitens Zoll. 

Sobald der Umsatz wieder unter die jährliche Grenze von 100.000 Franken fällt, muss der Online Händler diesen Umstand bei der Steuerverwaltung melden, um sich wieder von der Mehrwertsteuerpflicht befreien zu können. Die neue Bestimmung ist Teil der Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes. Sie hätte schon am 1. Januar 2018 in Kraft treten sollen, sei aber verschoben worden, damit die betroffenen Systeme sich an die neuen Gegebenheiten anpassen können. 

Steuerpflicht in der Schweiz ab 2019

Konsequenzen für Steuerpflichtige in der Schweiz

Solltet ihr durch das Überschreiten der 100.000 Franken Grenze in der Schweiz steuerpflichtig werden, habt Ihr folgende Dinge zu tun: 

  • Eintragung in das MWST-Register
  • Bezeichnung eines Fiskalvertreters (falls kein eigener juristischer Sitz in der Schweiz besteht)
  • Erstellung MWST konformer Rechnungen mit Ausweis der Schweizer MWST (Die MWST ist also neuer Bestandteil der Rechnung an den Konsumenten und liegt in der Verantwortung des Händlers)
  • Kennzeichnung der Pakete/Etiketten mit Schweizer MWST/USt-ID und identifizierbarem Absender 
  • Quartalsweise Erstellung der MWST-Abrechnung 
  • Rückforderung der MWST auf Vorleistungen (Paketporto, Werbung etc.) möglich
  • Empfehlung I: Einrichtung eines ZAZ-Kontos (zentralisiertes Abrechnungsverfahren der Zollverwaltung)
  • Empfehlung II: Ware sammelverzollt in die Schweiz einführen (mehrere Pakete zu einer «Zollsendung» machen) – Transaktionskosten werden so reduziert

Steuerpflicht und Marktplätze

Der Umgang mit Marktplätzen ist gesetzlich noch nicht bzw. nur unbefriedigend gelöst. Während andere EU-Staaten hier schon Lösungen formuliert haben, besteht in der Schweiz noch kein griffiger Ansatzpunkt, Marktplätze in die Pflicht zu nehmen. Dies ist nicht nur aus Konsumentensicht unglücklich, auch für den Staat und dessen Steuereinnahmen stellt dies in der Schweiz eine zu schliessende Gesetzeslücke dar. Deutschland, als Vorreiter, nimmt die Marktplätze bzgl. der Umsatzsteuer direkt in die Pflicht

Ihr wollt mehr zu dem Thema wissen oder seid Euch unsicher, ob Ihr in der Schweiz korrekt aufgestellt seid? Hier beraten wir Euch unverbindlich und kostenlos.


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