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Umsatzsteuersenkung auf 16 %

Mehrwertsteuersenkung für 6 Monate

Die Senkung auf 16 % beziehungsweise 5 % gilt ab dem 01. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020, sprich für 6 Monate. Der Gesetztes Entwurf muss Ende Juni noch final abgesegnet werden, aber da bereits die breite Öffentlichkeit informiert bzw. verrückt gemacht wurde, ist davon auszugehen, dass die Senkung in der Form eintreten wird.

Die Senkung soll zu einem dringend benötigten Konsumanstieg und somit zum Konjunkturanstieg nach der Covid-19 Krise führen.
Inwieweit die Senkung der Mehrwertsteuer aber an die Endverbraucher weitergegeben wird ist wiederum nicht gesetzlich geregelt. Die Absenkung wird über § 28 Abs. 1 und Abs. 2 UStG (Zeitlich begrenzte Fassungen einzelner Gesetzesvorschriften) umgesetzt.

Was muss ich als Online Händler in Bezug auf die Senkung der Mehrwertsteuer beachten?

Du solltest dringend den Support Deiner Rechnungserstellungssoftware kontaktieren und nachfragen wie mit der Umstellung vorgegangen wird bzw. ob Du selber veränderte Einstellungen vornehmen musst.


Die Besteuerung Deiner Waren läuft in dem Zeitraum der Mehrwertsteuersenkung wie folgt ab:

Zeitraum der 16% Umsatzsteuerregelung

Wenn Dein Kunde im Juni bei Dir bestellt und die Lieferung Dein Lager auch noch im Juni verlässt, dann erfolgt die Besteuerung mit den üblichen 19 % Mehrwertsteuer.
Interessant wird es in den Übergangsphasen also Juni 2020 -Juli 2020 und Dezember 2020 – Januar 2021. Denn wenn Dein Kunde Ende Juni bei Dir bestellt, aber die Lieferung Dein Lager erst im Juli verlässt, dann wird Deine Rechnung mit 16 % Mehrwertsteuer erstellt.

Das Lieferdatum ist entscheidend für die korrekte Zuordnung der Lieferung in dem Zeitraum der 16 % Besteuerung, nach § 27 Abs. 1 UStG. Momentan werden nicht alle Rechnungen automatisch mit dem Lieferdatum ausgewiesen und daher wird die einwandfreie Zuordnung erschwert. Daher kontrolliere bitte Dein Rechnungsprogramm, wir informieren dies bezüglich aktuell unsere Mandanten und bieten an die Einstellungen gemeinsam vorzunehmen.

Weiterhin wollen wir darauf aufmerksam machen, dass auch einige Händler internationale Rechnungsprogramme nutzen. Hier ist es schwer einzuschätzen in wie weit diese auf eine rein nationale Maßnahme reagieren werden. Bitte kontaktier unbedingt Deinen Anbieter wenn Du ein internationales Rechnungsprogramm nutzt.

Ein weiterer wichtiger Fall für Dich als Online Händler sind die Retouren. Die Retoure wird mit dem Steuersatz der Ursprungsrechnung zurück abgewickelt, auch wenn die Rechnungserstellung und die Retouren vor und nachdem 01.07. liegen.

Ist die Steuersenkung verpflichtend für mich als Online Händler?

JEIN! Grundsätzlich ist die Senkung freiwillig, aber wer lässt sich schon 3 % mehr Umsatz entgehen, denn nichts anderes ist es, wenn die Senkung nicht an den Endverbraucher weitergegeben werden. Achte hier am Besten auf Deine Konkurrenz.

Falls Du das halbe Jahr Deine Steuer weiterhin mit 19 % ausweist, dann schuldest Du dem Finanzamt auch diese 19 %. Allerdings muss dann buchhalterisch eine Korrektur vorgenommen werden, da das Finanzamt für den Zeitraum nur die 16 % Mehrwertsteuer verrechnen wird und die überschüssigen 3 % gesondert ausgewiesen werden müssen. Daraus ergibt sich ein massiv erhöhter Aufwand in der Buchhaltung, den man unbedingt umgehen sollte.

Muss ich die Steuersenkung an den Endverbraucher weitergeben?

Nein, dazu bist Du nicht verpflichtet.
Tatsächlich ist es bei Amazon und Ebay recht einfach, da Du hier die Bruttopreise einträgst und dadurch Einfluss auf die Abrechnung hast. Wenn Dein Rechnungsprogramm die 16 % auf den Rechnungen ausweist, erzielst Du dadurch 3% mehr Umsatz. 

Natürlich ist der Grundgedanke das Du die Senkung weitergeben sollst um dadurch die Wirtschaft anzukurbeln. Uns ist aber auch absolut klar, dass so kurzfristige Preisanpassungen teils schwer umzusetzen sind, insbesondere da Anfang des nächsten Jahres auch gleich wieder eine Preiserhöhung mit der Angleichung der Mehrwertsteuer wieder auf 19 % einhergeht.

Warum kam die Mehrwertsteuersenkung so kurzfristig?

Dies können wir uns nur dadurch erklären, dass während des Lockdowns in Zeiten der Corona Krise das Konsumverhalten bereits stark zurück gegangen ist. Hätte die Bundesregierung Deutschlands diese Senkung bereits Wochen vor Inkrafttreten bekannt gegeben, dann wäre dieses Konsumverhalten wahrscheinlich weiter zurück gegangen, da nicht zwingend erforderliche Käufe dann weiter zurückgestellt worden wären.

Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass die vollständige Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung an den Endverbraucher einen Rückgang der Verbraucherpreise um 1,6 Prozent verursachen würde. Diese Zahl klingt zunächst marginal, allerdings geht das Finanzministerium davon aus, dass Sie dadurch 20 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verlieren.

Ob diese Maßnahme und die vermeintlich geringe Preissenkung den gewünschten Aufschwung geben wird, bleibt abzuwarten.

Trotz allem ist es ein wichtiges Signal der Bundesregierung auf die aktuelle Situation. Wieso diese vom Prinzip her gut gemeinte Idee aber viele Dienstleister vor Herausforderungen stellen wird, erklären wird im nächsten Absatz.

Herausforderungen die mit der Mehrwertsteuersenkung für „nur“ 6 Monate einhergehen

Kurz gesagt Programm und Prozesse müssen angepasst und abgeändert werden. Hierbei ist die Herausforderung definitiv die Kurzfristigkeit und der Zeitraum. Innerhalb von kurzer Zeit werden wir mit zwei Übergangsphasen konfrontiert.

Beispielweise wird in der Buchhaltung zwangsläufig ein Mehraufwand entstehen, da für die geringeren Mehrwertsteuersätze ein eigenes Konto angelegt werden muss und auch dieses muss am Jahresende im Jahresabschluss beachtet werden. Nun müssen die Vorteile diesen Mehraufwand aufzufangen wissen. 

Fazit

Die Herausforderungen, die mit der zeitlich begrenzten Senkung der Mehrwertsteuer einhergehen sind vielfältig.

Du als Online Händler solltest zum jetzigen Zeitpunkt aber zunächst einmal nur Deine Rechnungserstellung überprüfen und entscheiden, ob Du die Mehrwertsteuersenkung an Deine Kunden weitergeben möchtest oder nicht. Wir stehen Dir jederzeit bezüglich Fragen der Umstellung auf 16 % Umsatzsteuer zur Verfügung.

Die JuMa hat mit Hilfe seiner Partner und angepassten internen Prozesse und Programme bereits auf die angekündigte Umstellungen reagiert und wir sind zum jetzigen Zeitpunkt gespannt, ob diese Maßnahme den gewünschten Aufschwung der Kaufkraft mit sich bringen wird.

 

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